Es war etwa im Jahr 2011, als wir zum ersten Mal ins Gefängnis kamen, und es geschah auf ungewöhnliche Weise

Die Menschen waren immer sehr fürsorglich, wenn sie uns Gaben brachten, und da wir ein Tempel für weibliche Mönche sind, erhielten wir oft Damenbinden. Unsere Klostergemeinschaft ist nicht sehr groß, und viele Mitglieder haben die fruchtbare Phase ihres Lebens hinter sich, sodass sich die Damenbinden ansammelten und Platz wegnahmen.

Wenn wir einen Überschuss an Reis hatten, gaben wir ihn an Altenpflegeeinrichtungen oder an Jugendstrafanstalten für Männer ab, aber in beiden Fällen bestand kein Bedarf an Damenbinden! Also kamen wir auf die Idee, sie ins Provinzgefängnis zu bringen.

Damals befand sich das Gefängnis noch in Nakhon Pathom, in der Nähe der berühmten Stupa. Die Gesamtzahl der Insassen betrug 3500, davon 700 Frauen. Wir sprachen die Beamten des Gefängnisses an und erzählten ihnen von unserer Idee, die Damenbinden mit den weiblichen Insassen zu teilen. Sie waren sehr erfreut, da sie ein jährliches Budget zur Deckung dieser Kosten einplanen mussten, aber mit unserem Angebot konnten sie diese Ausgaben einsparen.

Im Verlauf des Gesprächs fragte der Beamte, ob die Bhikkhunis auch Dhamma-Vorträge für die weiblichen Insassen halten könnten. Natürlich sagten wir zu, da es unsere Pflicht als Mönche ist.

So begannen wir, die Insassinnen zu treffen. Die Dhamma-Vorträge entwickelten sich zu Schulungsprogrammen. Die Teilnahme an diesen Schulungen und der Erwerb eines Schulungszertifikats trugen sogar zur Reduzierung ihrer Strafe bei.

Im Laufe des Jahres führen wir etwa 10 Schulungen pro Monat durch, die sich auf verschiedene praktische Themen konzentrieren, wie Selbstdisziplin, Ehrlichkeit, moralisches Verhalten und mehr. Dieses Training ist inzwischen der wichtigste Kurs für die weiblichen Insassen des Provinzgefängnisses von Nakhon Pathom geworden. Während der Covid-Pandemie mussten wir eine Pause einlegen, aber es ist geplant, diese Schulungen sehr bald wieder aufzunehmen.